Der Ursprung dieses uhrenhistorischen Leckerbissens geht auf Anfang der 90er Jahre zurück. Bei Ronda S.A, Lausen/Schweiz wurde fieberhaft an einer Problemlösung einer äußerst komplizierten Zielsetzung gearbeitet. Um sich von den bestehenden Mitbewerbern abzusetzen, wollte man bei Ronda Mechanik und Quarz gegeneinander austauschfähig machen. So war die schwierigste Aufgabe eine maximale Höhe von 3,75 mm nicht zu überschreiten. Seinerzeit hatte das 11 1/2 linige Quarzwerk Ronda 375 diese Bauhöhe. Das Höhenproblem wurde mit einem Trick aus der Anfangzeit der Automatic-Uhren gelöst: d e m M i k r o r o t o r .
Dessen dezentrale Anordnung in Kombination mit einer etwas
kleineren Unruh ist heute noch für das geradezu " gut
aufgeräumt" wirkende Uhrwerk verantwortlich. Zunächst gab es eine technisch
einfach gelöste Version mit 21 Steinen.
Tatsächlich war das neu entstandene Uhrwerk mit dem Quarzwerk kompatibel. Es
stimmten nicht nur die Einbaumaße, sondern auch die Fußstellung des Zifferblatts
und die Zeiger passten. Die belieferten Fabrikanten konnten gleiche Modelle
sowohl in Quarz als auch Automatic anbieten, ohne eine zu große Lagerhaltung von
Teilen führen zu müssen. Dies geschah zu einer Zeit als die Quarzuhr die
Vormachtstellung gegenüber der Mechanik einnahm, aber noch Nachfrage nach der
altbewährten Automatic-Uhr vorhanden war.
Auf den Konstruktionsplänen war das Datum 19.5.1981 vermerkt.
In den Folgejahren wurde das Werk verbessert und kam als
Weiterentwicklung in der neuen und endgültigen Version
mit 22 Steinen und Incabloc-Stoßsicherung von 1986 bis 1989 in den Handel.
Dann wurde bei Ronda endgültig entschieden, sich
vom Bereich der Mechanik zu verabschieden, und voll auf die Fertigung von
Quarzmodulen zu konzentrieren. Allerdings wurden im Jahr
2002, bei Ronda in der Schweiz von diesem interessanten
Kaliber wieder eine begrenzte Anzahl Werke aus Teilebeständen für ARISTO
montiert.
Technik des AR2538Harley: |
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11 1/2 liniges Mechanik-Werk |
Als ich mich 1998 als Seiteneinsteiger mit der
Mechanik intensiv befasste, stieß ich immer wieder in
unserem Fundus auf einzelne Werke mit einem kleinen Rotor. Herr Kusterer, unser
Chef-Uhrmacher kannte das Werk und die näheren Umstände. Dies alles fing mich an
zu interessieren. So gab es im Jahre 2000 schon einige Prototypen, die mit
diesem Werk ausgestattet waren. Es kam uns zu Gute, das die Einbaumaße mit denen
des ETA 2892-2A identisch sind und andere Bauteile wie Zifferblätter und Zeiger
aus unserem Lagerbestand auf Anhieb passten. Das Alter kann man bei diesem Werk
nicht verleugnen. So sind die Laufeigenschaften in den verschiedenen Lagen nicht
mit denen eines mit modernsten CNC-Maschinen hergestellten Präzisionswerkes des
21. Jahrhunderts zu vergleichen. Mit etwas Mühe lässt sich die Abweichung aber
auf 10 Sekunden regulieren. Dieser Wert ist für ein mechanisches Werk auch in
der heutigen Zeit akzeptabel. Der Aufzug des Mikrorotors, der nur einseitig
ausgelegt ist, reicht unter normalen Tragebedingungen aus. Die Schwungmasse ist
gegenüber einem großflächigeren Zentralrotor anderer Automatic-Werke allerdings
kleiner. Dadurch kann es bei unregelmäßigen Tragen der Uhr erforderlich sein,
dem Werk durch zeitweiliges Aufziehen etwas Hilfestellung zu leisten. Der Rotor
selbst ist in Bronze gelagert und wird noch mit einem synthetischen
Hochleistungs-Schmierfett versehen.
Bei meinen weiteren Aufkäufen stieß ich sodann bei einem Pforzheimer
Montagebetrieb auf eine größere Anzahl dieser lieb
gewonnenen Werke. Für spätere Verwendung ließ ich diese bei uns Zerlegen,
Reinigen, neu Ölen und Regulieren.
Weitere Werke erhielt ich aus dem Lagerbestand einer Ersatzteilgroßhandlung.
Gleich 100 Stück originalverpackt erhielt ich von meinem Freund Dirk Seitz, als
er 2001 die Tore seiner Uhrenfabrik "Mathias Seitz" für immer schloss.
Zeitgleich wurde die erste Uhr von mir persönlich montiert. Diese trage ich seit
dieser Zeit ununterbrochen und dient zu Testzwecken von
Verbesserungsvorschlägen. Um weitere Erfahrungen zu sammeln, wurden aus dem
Kunden und Freundeskreis von ARISTO 10 Testträger bestimmt, die ab Juni 2002 die
erste Vorserie des geplanten Modells mit der Bezeichnung AWARD 2003 probetrugen.
Erkenntnisse und Ideen konnten so in die Serie mit einfliesen:
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Saphirglas, Schraubkrone, dekorierter Rotor,
Nachregulierung in Hauptlage und einiges mehr. Kontakte zu Herrn Stahl von
Ronda-Deutschland erschlossen eine größere Quelle an Werken. Diese wurden
eigens für ARISTO von Ronda S.A. in Lausen montiert und in Pforzheim einer
Endkontrolle und Nachregulierung unterzogen. Der Bestand beträgt nun 500 Werke, eine Menge die groß genug ist, dem Uhrenliebhaberausgefallener Stücke, eine Uhr diesen Typs zugänglich zu machen. "Wenn Sie eine ausgefallene nicht alltägliche Uhr suchen, mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis empfehle ich Ihnen eine AWARD 2003". Hansjörg Vollmer, Geschäftsführer der ARISTO Watch GmbH |
Die AWARD 2003 präsentiert sich mit einem sportlich-eleganten Äußeren. Das
dreiteilige teilpolierte Edelstahlgehäuse mit Saphirglas oben und Schraubkrone
ist wasserdicht bis 50 Meter. Durch den geschraubten Mineralglas-Boden bleibt
der Blick Dank des Mikrorotors auf das präzise arbeitende mechanische Werk vom
Typ AR2538 frei. Dieses Kaliber besticht durch die Maße des ETA 2892-2A und
Gangwerte ähnlich dem ETA 2824-2. Das Finish des Werkes ist sehr einfach
gehalten und nicht aufdringlich.
Sie ist die einzige Fliegeruhr in ihrer Klasse, bei der kein Rotor ständig den
Blick auf das Werk versperrt. Die markanten Leuchtziffern und -zeiger sind mit
einer Superluminova -Beschichtung versehen. Ein hochwertiges Lederband mit
Sicherheits-Faltschließe rundet das harmonische Gesamtbild ab.
Seit dem 2. September 2002 befindet sich die AWARD 2003 im Handel. 150 Stück aus
der laufenden Produktion sind schon verkauft.
Ausgeliefert wird die AWARD 2003 in einer praktischen Uhrenbox.
Die unverbindliche Preisempfehlung beträgt EUR 495
Die AWARD 2003 wurde bereits bei einem Designwettbewerb ausgezeichnet. Ferner
wurde sie nominiert bei der "Wahl zur Uhr des Jahres", und auch bei der Wahl zur
"Goldenen Unruh" wird sie an den Start gehen.
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